
Axel Drewes sammelt seit langer Zeit Kinderbücher. Durch die Nähe zum Beruf fiel ihm auf, dass es kaum Bücher mit dem Thema Friseur gibt. Dies nahm er zum Anlass selbst eines zu schreiben. Wenn Sie möchten schauen Sie oder Ihre Kinder doch herein. Hier können Sie bei einem schönen Haarschnitt das Buch betrachten.
aus „Haarspaltereien” von Josef Engels 15.05.2003 Die Welt
Bei der Ausstellung, die bereits in drei anderen europäischen Städten zu sehen war, sorgen multimediale Spielgeräte, virtuelle Selbstversuchstationen und beeindruckende Installationen für eine gewisse Reizüberflutung. Man muss schon bis in die Haarspitzen motiviert sein, um das alles aufzunehmen: den widerborstigen Wachstumszyklus. Die mikroskopischen Strukturunterschiede zwischen glattem und gekräuseltem Haar. Das Entstehen einer Glatze, die bei Männern (fiese Natur!) so etwas wie ein sekundäres Geschlechtsmerkmal ist. Büschelweise Informationen türmen sich vor dem Besucher. Er lernt, dass sein Haupt von durchschnittlich 120 000 Follikeln bevölkert wird. Dass eine Locke locker 30 Kilo Gewicht tragen kann. Und - unser Kanzler mag es gerne vernehmen -, dass es in Wirklichkeit gar keine grauen Haare gibt. Wohl aber weiße, pigmentlose. In Kombination mit ihren melaningefärbten Kollegen sorgen sie für das Grauen auf dem Kopf.
Leute, die meinen, einen bad hair day erwischt zu haben, werden im Technikmuseum eines Besseren belehrt. Dann nämlich, wenn sie sich im "Metamorphose-Raum" am Computer eine neue Frisur verpassen lassen. Wer sich mit der Haartracht eines papua-neuguinesischen Ureinwohners auf dem Bildschirm sieht, wird seine Natur-Wirbel plötzlich sehr zu schätzen wissen. Überhaupt steckt viel mehr in unseren Köpfen, als wir gemeinhin für möglich halten. Ein Fetisch mit metaphysischen Konnotationen etwa. Ein Statussymbol. Ein Nest für haarige Redensarten. Oder ein Geheimnisträger, der auch noch lange nach unserem Tod Aufschluss über unsere Gewohnheiten und unser Schicksal geben kann. Wissenschaftlich fundiert an den Haaren herbeigezogen: Beethoven starb an einer Bleivergiftung, ein vor 4000 Jahre verblichener Peruaner sprach gerne dem Kokain zu. Da kann man sich noch so gründlich den Kopf waschen: Das Haar verrät alles.
Radhakant Bajpai aus Naya Ganj, Uttar Pradesh, India, hat die längsten Ohrhaare der Welt. Sie sind an der längsten Stelle 13,2 cm lang.
Die teuersten Haarlocken sind die von Elvis, abgeschnitten von seinem persönlichen Coiffeur Homer "Gill" Gilleland. Die Locken haben einen Wert von 115.000 $



Axel Drewes: Der Haartrick